Im Reich der Spitzmorcheln

Am 12. März 2018 installiere ich eine Beobachtungskamera an einer Spitzmorchelstelle im Emmental. Jede Stunde, oder dann, wenn vor der Kamera eine deutliche Bewegung stattfindet, wird eine Fotografie ausgelöst. Bereits ist eine Morchel sichtbar.
Frisch gefallener Schnee am Morgen des 19. März lässt die Morchel deutlicher hervortreten.
24. März: Eine zweite Spitzmorchel hat sich dazugesellt.
28. März: Schwer erkennbar am rechten, äusseren Rand eine dritte Morchel.
Am 1. April erscheint eine vierte Spitzmorchel unmittelbar neben der ersten.
Im Streiflicht der späten Nachmittagssonne vom 5. April sind alle vier Spitzmorcheln gut erkennbar.
Zwei der vier Morcheln werden in der Nacht vom 7. auf den 8. April von Schnecken angefressen.
Ein Rotbrüstchen löst am 10. April die Kamera aus.
An Vormittag des 11. Aprils pflücke ich die in unmittelbarer Umgebung der Kamera wachsenden Spitzmorcheln (ca. 50 Stück). Auch diese beobachtete ich in ihrem Wachstum während rund 4 Wochen. Die Spitzmorcheln vor der Kamera lasse ich weiter stehen. Gleichtags, am Nachmittag, tritt eine andere, mir unbekannte Person (mit zwischen den Füssen herunterhängender Hundeleine) vor die Kamera und löst dieses Bild aus.
Die unmittelbar nächste Fotografie, die knapp eine Stunde später gemacht wird, zeigt, dass die zwei zuvor noch intakten Morcheln nicht mehr da sind. Was ich nicht weiss ist, ob die beiden Morcheln von der Person (oder dem Hund) umgestossen oder gepflückt (oder gefressen) wurden. Die Kamera jedenfalls wurde scheinbar nicht gesehen, oder zumindest nicht angefasst.
Was noch übrig bleibt von der einen Spitzmorchel wird langsam weggefressen (14. April).
Am 20. April, ein Tag vor dem Abbau der Kamera, ist von der Spitzmorchel beinahe nichts mehr zu sehen.